Die Rigips Habito-Trockenbauplatte verbindet hohe Tragkraft, schlanke Bauweise und zertifizierte Einbruchhemmung in einem System. Der speziell armierte Plattenkern mit Polymer-Gipskristall-Verbund ermöglicht die Befestigung schwerer Lasten direkt in die Platte – ohne Dübel, ohne Bohrmaschine, ohne nachträgliche Traversen. Das Ergebnis: flexiblere Innenraumgestaltung und messbare wirtschaftliche Vorteile gegenüber konventionellem Massivbau.

Wie funktioniert die Lastenbefestigung ohne Dübel?

Handelsübliche Schrauben und ein Schraubendreher reichen aus, um Lasten an der Rigips Habito zu befestigen. Bei einlagiger Beplankung hält die Platte bis zu 30 kg Auszugsfestigkeit pro Schraube, bei zweilagiger Beplankung 60 kg. Für Wandkonstruktionen gilt: Einfachständerwände mit Rigips Habito nehmen Konsollasten nach DIN 18183-1 bis zu 1,5 kN/m auf – das entspricht rund 150 kg pro laufendem Meter. Monitore, Medienversorgungsschienen oder Schränke lassen sich damit an jeder beliebigen Stelle montieren, unabhängig von der Lage der Unterkonstruktion. Die Materialprüfanstalt Braunschweig bestätigt diese Werte im bauaufsichtlichen Prüfzeugnis P-1101/856/18-MPA BS.

Auch Deckenbeplankungen profitieren vom System: An fertig montierte Rigips-Habito-Decken können nach DIN 18181 Lasten von maximal 6 kg je Plattenfeld und Meter direkt eingeschraubt oder mit geeigneten Hohlraumdübeln befestigt werden. Diese „Traverse inklusive"-Eigenschaft entfällt bei konventionellen Gipsplatten komplett; dort sind Sonderkonstruktionen mit zusätzlichen Holz- oder Metalleinlagen nötig.

Gewichtsersparnis und Wandstärke: Wo liegt der wirtschaftliche Vorteil?

Rigips-Habito-Wände wiegen bis zu 70 % weniger als vergleichbare Massivbauwände aus Mauerwerk. Das bedeutet statische Vorteile bei Aufstockungen und Dachgeschossausbauten – und kürzere Bauzeiten, da wochenlange Austrocknungsphasen entfallen. Die Trockenbauweise verkürzt die Gesamtbauzeit erheblich und erlaubt eine schnellere Übergabe an Mieter oder Käufer.

Noch entscheidender im urbanen Wohnbau: die Wandstärke. Eine Rigips-Habito-Wand kommt mit rund 100 mm aus, wo konventionelles Mauerwerk 130 mm benötigt – eine Differenz von 3 cm pro Wand. In einem 60-m²-Apartment führt das zu etwa 0,75 m² zusätzlicher Grundfläche. Bei einem Objekt mit 50 Apartments summiert sich das auf rund 38 m² mehr verkaufbare oder vermietbare Fläche. Bei einem Verkaufspreis von 6.500 € pro Quadratmeter entspricht das einem Mehrwert von knapp 250.000 €. Diese Beispielkalkulation stammt direkt aus den technischen Unterlagen von Rigips und zeigt, warum Projektentwickler und Bauträger zunehmend auf schlanke Plattensysteme setzen.

Einbruchhemmung ohne Stahlblech: Was leisten RC2 und RC3?

Rigips Habito wurde nach der europäischen Norm EN 1627 auf Einbruchsicherheit geprüft. Standardkonstruktionen mit Profilabstand 625 mm erreichen die Widerstandsklasse RC2 – ohne zusätzliche Stahlblecheinlagen oder Kombinationen mit Massivbaustoffen. Wird der Ständerabstand auf 312,5 mm halbiert, ist sogar die Klasse RC3 nachgewiesen. Das macht die Platte für Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude und öffentliche Einrichtungen interessant, wo Sicherheitsanforderungen steigen und bauaufsichtliche Vorgaben Einbruchschutz fordern.

Für Maler- und Stuckateurbetriebe bedeutet das: Trennwände in Neubauten oder bei gewerblichen Renovierungen lassen sich ohne Sonderkonstruktionen ausführen. Die Oberfläche kann direkt gespachtelt und gestrichen werden – ein zusätzlicher Arbeitsschritt für Armierung entfällt. Die Baustoffklasse A2-s1, d0 nach DIN EN 13501-1 bestätigt zudem, dass die Platte nicht brennbar ist und Brandschutzanforderungen F30 und F90 erfüllt.

Wie schneidet die Habito beim Schallschutz ab?

Das bewertete Schalldämmmaß von Rigips-Habito-Wänden liegt bis zu 25 dB über dem vergleichbarer Massivbauwände. Standardkonstruktionen erreichen Werte bis 60 dB, Premiumkonstruktionen – etwa für Wohnungstrennwände – bis 70 dB. Als Faustregel gilt: Eine Erhöhung um 8 dB halbiert die empfundene Lautstärke. In Mehrfamilienhäusern, Hotels oder Bürogebäuden bedeutet das spürbar mehr Ruhe und weniger Beschwerden über Nachbarlärm.

Für das Malerhandwerk ist die glatte, dichte Oberfläche der Rigips Habito zusätzlich von Vorteil: Sie benötigt weniger Spachtelmasse als herkömmliche Gipsplatten, da der armierte Kern weniger anfällig für Stöße und Dellen ist. Die charakteristische Druckfestigkeit der Platte liegt deutlich über der von Standard-Gipsplatten und auch über der von Putzoberflächen – ein Punkt, der gerade bei gewerblichen Objekten mit hoher Nutzungsfrequenz relevant wird.

Robustheit und Oberflächenhärte: Welche Rolle spielt das in der Praxis?

Die Brinell-Härte der Rigips-Habito-Oberfläche übertrifft die herkömmlicher Putzoberflächen deutlich. Im direkten Vergleich steckt die Platte Schläge und Stöße besser weg – ein Vorteil in Treppenhäusern, Fluren und Bürogebäuden, wo Möbeltransporte und Reinigungsgeräte regelmäßig gegen Wände stoßen. Reparaturarbeiten fallen seltener an, die Lebensdauer der Oberfläche steigt.

Für Malerbetriebe bedeutet das: Weniger Nachbesserungen nach Einzug, weniger Reklamationen, stabilere Kalkulation. Die Platte lässt sich mit gängigen Dispersionsfarben beschichten, benötigt aber aufgrund der glatten Oberfläche oft nur einen Anstrich statt zwei. Die Grundierung kann in vielen Fällen entfallen, wenn die Platte sauber verspachtelt ist.

Nachhaltigkeit und Materialeffizienz: Wie steht es um die Ökobilanz?

Rigips hebt in den technischen Unterlagen die Nachhaltigkeit der Habito hervor, nennt aber keine konkreten Zertifizierungen oder CO₂-Werte. Der Gewichtsvorteil gegenüber Massivbau – bis zu 70 % Einsparung – reduziert den Transportaufwand und die statische Belastung von Gebäuden. Die Trockenbauweise vermeidet zudem Feuchtigkeit auf der Baustelle, was Schimmelrisiken minimiert und die Bauzeit verkürzt. Für Knauf, Sto und andere Wettbewerber ist die ökologische Bilanz von Trockenbausystemen inzwischen ein zentrales Verkaufsargument – doch konkrete Vergleichszahlen zur Habito fehlen bislang.

Für welche Projekte eignet sich die Rigips Habito besonders?

Die Platte richtet sich vor allem an Projekte, bei denen Flexibilität, Sicherheit und schlanke Bauweise zusammenkommen müssen:

  • Mehrfamilienhäuser und Wohnungsbau: Gewichtsersparnis, Schallschutz bis 70 dB, Einbruchhemmung RC2/RC3
  • Büro- und Hotelgebäude: Flexible Raumaufteilung, einfache Lastenbefestigung für Medientechnik und Möbel
  • Aufstockungen und Dachgeschossausbauten: Geringe statische Last, keine langen Trocknungszeiten
  • Öffentliche Gebäude: Brandschutz F30/F90, Robustheit gegen mechanische Belastung

Für Maler- und Stuckateurbetriebe, die in Neubau-Projekten mit Brandschutzanforderungen oder bei energetischen Sanierungen arbeiten, bietet die Habito eine interessante Alternative zu klassischen Massivbau-Lösungen. Die Verarbeitung entspricht weitgehend Standard-Trockenbau, die Oberfläche ist jedoch deutlich widerstandsfähiger und lässt sich schneller finish-beschichten.

Die technischen Informationen, Systemübersichten und Verarbeitungshinweise stellt Rigips auf der Produktseite zum Download bereit. Auch Anwendungsbeispiele für unterschiedliche Widerstandsklassen und Schallschutzwerte sind dort dokumentiert.

Quellen