Die Bundesinnung Maler und Tapezierer Österreichs hat ein konkretes Forderungspapier zum Bürokratieabbau bei der Wirtschaftskammer (WKO) eingereicht. Das Dokument benennt Verwaltungslasten, die den Betriebsalltag kleiner und mittlerer Malerbetriebe zunehmend belasten – und zeigt, wo die Branche politisches Handeln erwartet.
Der Schritt ist bemerkenswert: Selten nimmt eine Bundesinnung so konkret Stellung zu bürokratischen Hürden. Das PDF liefert Einblick in den Alltag eines Gewerbes, das zwischen Fassadenanstrich, Spachteltechnik und Dokumentationspflichten operiert. Für Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern bedeutet jede zusätzliche Meldepflicht Stunden, die nicht auf der Baustelle verbracht werden.
Die Forderungen richten sich direkt an die WKO und sollen in die politische Diskussion um Entlastung des Handwerks einfließen. Während Hersteller wie Caparol, Brillux oder Synthesa Chemie ihre digitalen Plattformen ausbauen, bleibt der administrative Aufwand auf Betriebsseite hoch. Die Innung argumentiert: Wer Fachkräfte binden will, muss ihnen Zeit für die eigentliche Arbeit lassen.
Das Papier kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Fachkräftemangel und Digitalisierung das Handwerk prägen. Betriebe stehen unter Druck, gleichzeitig energetische Sanierungen zu stemmen, neue Materialien einzuführen und immer mehr Verwaltungsarbeit zu leisten. Die Innung will die Balance verschieben – weniger Papier, mehr Dispersionsfarbe und Grundierung auf der Baustelle.
Ob die Forderungen Gehör finden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die WKO hat angekündigt, das Papier in ihre Gespräche mit der Bundesregierung einzubringen. Für die Branche bedeutet das: Politischer Druck ist aufgebaut, nun muss die Umsetzung folgen.
Das Dokument ist unter wko.at verfügbar und richtet sich nicht nur an Entscheider, sondern auch an Kollegen, die ähnliche Probleme erleben. Ähnliche Initiativen gibt es auch in Deutschland, wo Verbände ebenfalls Verwaltungsvereinfachung fordern – etwa im Zusammenhang mit EU-Förderprogrammen.
Für Malerbetriebe bleibt die Frage: Wann kommt echte Entlastung, die sich im Tagesgeschäft bemerkbar macht? Die Bundesinnung hat den Ball ins Spiel gebracht. Jetzt ist die Politik am Zug.